
Die 9c hat in diesem Schuljahr kräftig gearbeitet. Auf dem Lehrplan des Faches Biologiestanden unter anderem die Grundlagen der Vererbung. Es ging um den Bau der Desoxyribo-nucleinsäure (DNA),des genetischen Codes,um identische Reduplikation und Protein-Biosynthese.
Doch statt vor diesem Stoff zu kapitulieren, machten sich die 27 Schülerinnen und Schüler mit ihrem Biologielehrer Meinrad Lohmüller daran, dieses Themengebiet praktisch anzugehen, Primärerfahrungen in der Genetik zu machen, sich Kompetenzen in naturwissenschaftlicher Laborpraxis zu erwerben. Von Kreuzungsexperimenten über Chromosomendarstellung ging die Laborarbeit bis zur Gewinnung von DNA auf unterschiedlichen Wegen.
In acht Arbeitsgruppen führten die Schüler genetische Zuchtversuche an der Fruchtfliege ( Drosophila melanogaster) als Langzeitversuche durch, kochten Futterbrei und lernten, Geschlechter und Stämme dieser Fliege zu unterscheiden.
Chromosomen aus der Wurzelspitze der Küchenzwiebel und aus den Speicheldrüsen der Roten Zuckmückenlarve wurden präpariert, gefärbt und mikroskopisch untersucht. Eine Exkursion ins Labor der Medizinischen Genetik der Universität Tübingen rundete die schulische Chromosomendarstellung ab mit dem Einblick in ein genetisches Labor und mit dem nicht einfachen Legen eines menschlichen
Karyogramms.
Erbsubstanz zum Anfassen - Gewinnung von DNA war die nächste Stufe der genetischen Arbeitstechnik. Zellen der Mundschleimhaut wurden mit einem sterilen Tupfer entnommen, mit Tensiden und Kochsalz aufgeschlossen und über weitere Trennverfahren die so gewonnene DNA durch Elektrophorese in einem Agarose-Gel mit UV-Licht sichtbar gemacht.
Nicht minder spannend, wenn auch technisch nicht so aufwendig, war es, die Fäden des Lebens aus Obst und Fleisch zu gewinnen. Da wurden Zwiebeln, Tomaten, Kiwi, Äpfel, Banane, Spinat, Schweineniere und Geflügelleber zerkleinert, die Zell- und Kernwände chemisch aufgebrochen, durch hohe Temperaturen DNA freigesetzt, durch eiskalten Ethanol ausgefällt und schließlich mit einem Holzstäbchen als schleimiger Faden entnommen.
Mit dieser DNA-haltigen Lösung und einem mit optischen Aufhellern präparierten Filterpapier wurde unter UV-Licht der Bezug hergestellt, wie energiereiche Strahlen die menschliche DNA beim Einbau von Nukleotiden schädigen und so zu Hautkrebs führen können.
Höhepunkt des Projektes war die Tätersuche „Dem Frauenmörder auf der Spur“. Kriminalistisches Gespür war gefragt, den Täter anhand des DNA-Profils zu überführen. Ein ganzer Vormittag war nötig, die Proben des Tatorts und der fünf Verdächtigen in mehreren Verfahrensschritten aufzuarbeiten und die Banden über Gelelektrophorese und Färbung sichtbar zu machen, damit den Täternachweis zu erbringen. Eine Exkursion ins Landeskriminalamt Stuttgart ergänzte diese Tätersuche.
21 Schulen hatten beim landesweiten Wettbewerb des Kultusministeriums ihre Arbeiten eingereicht, 10 Projekte waren von einer Vorjury zur Endausscheidung in Bad Herrenalb eingeladen worden. Nadja Pflumm, Philipp Fischer und Pascal Kienle haben hier ihre Klasse 9c bei den Prüfungen durch vier verschiedene Jurygruppen super vertreten., auch eine sehr ansprechende Präsentation war zusammen mit dem Projektleiter vorbereitet worden.
So konnte die Klasse für ihr Projekt „Genetik-naturwissenschaftliche Laborpraxis“ viel Anerkennung erfahren, für ein Projekt, das seitens der Jury als super gut, als Verknüpfung von Biotechnologie und Chemie, als richtungsweisendes Novum für die Schule bezeichnet wurde.
Diese Sonderstellung für einen außerordentlichen Erfolg wurde mit dem Ehrenpreis des Ministeriums ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung in dieser Wettbewerbsrunde, verbunden mit einem Pokal und 500 EUR Preisgeld. Dieser Erfolg knüpft an die beiden 1. Preise an, mit denen Meinrad Lohmüller mit seinen Klassen schon ausgezeichnet wurde, 1998 mit „ Biotechnologie -Klonen von Pflanzen“ und 2001 „Projekt Wildbienenschutz“.
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