Siehe auch "Schulordnung?"


ergänzt am 11.07.02

Schritte zur Schulgemeinschaft.

Der Straßenkehrer Beppo sagt:

"Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich und denkt, die ist so schrecklich lang, das kann man niemals schaffen - und man mag gar nicht hinsehen! Aber, - man darf niemals die ganze Straße auf einmal denken. Man muss einen Schritt und dann den nächsten tun, den nächsten Atemzug - den nächsten Besenstrich. Und auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt, Besenstrich für Besenstrich die ganze Straße gemacht hat.

Man hat gar nicht gemerkt wie... und man kommt dabei nicht aus der Puste."

Beppo hatte eine Straße, einen Besen und einen Auftrag. Es dauerte ... bis wir, das Kollegium, in Beppos Lage waren. Zwar waren die angeordneten Konferenzen gut für das Funktionieren des Schulbetriebs, aber da lag immer wieder "Dreck auf der Straße" und dafür gab es weder einen Besen noch einen Auftrag zu kehren.

Irgend wann, Ende 1999/Anfang 2000 verabredeten einige Kollegen/Innen sich einmal im Monat zu einem festen Termin - dem "Jour fixe" zu treffen und über die Schule zu reden. Langsam wurde die Straße sichtbar, der Dreck auf ihr und nach angestrengtem Suchen fand sich auch ein Besen....

Erste zaghafte Schritte

Jour fixe im März 2000:

Wir tauschten uns aus über den Schulalltag, Probleme, die immer wieder auftauchen und die eigentlich irgendwann nachhaltig gelöst werden sollten. Dabei stellten wir fest, dass wir in vielen Fällen erst einmal bei uns im Kollegium über ein einheitliches Vorgehen/Verhalten sprechen sollten - aber auf welcher Grundlage? Das Wort Schulordnung stand im Raum - Beppos Straße.

Jour fixe im April 2000:

Wenn eine solche Schulordnung akzeptiert werden und Geltung haben soll, wäre es gut, alle Teilnehmer am Schulalltag bei der Herstellung zu beteiligen. Aber wie? Und wie kann man dabei die Notwendigkeit und den Nutzen einer geschriebenen Schulordnung deutlich machen - und das alles neben dem laufenden Schulbetrieb? Am Ende steht auf jeden Fall die Verabschiedung durch die Schulkonferenz.

Jour fixe im Mai 2000:

Wie fangen wir an? Zu Schuljahresbeginn mit einer Schulversammlung? Schüler/Lehrer spielen eine Szene in der das Thema deutlich wahrnehmbar wird? Danach die Pflegschaftsabende zum selben Thema - wo doch die Zeit für die üblichen Besprechungspunkte sowieso schon zu knapp bemessen ist? Auftrag an alle: weiter darüber nachdenken...

Gesamtlehrerkonferenz am 12.7.2000, verschoben auf 18.7. , da als Dienstbesprechung:

Zum Thema Schulordnung: Die "Jour-fixe-Gruppe" stellt ihre bisherigen Fragen und Überlegungen vor. Es wird darüber diskutiert. Ist das Kollegium in wichtigen Fragen einer Meinung? In unsren Konferenzen wird immer lebhaft und engagiert diskutiert und es werden zu wichtigen Sachverhalten Beschlüsse gefasst. Wie steht es mit der Nachhaltigkeit, der Einhaltung dieser Beschlüsse? Wie wäre dies bei einer beschlossenen Schulordnung? Es wird die Durchführung eines Pädagogischen Tages mit dem Thema "Schritte zur Schulgemeinschaft" beschlossen. Er soll gleich zu Beginn des neuen Schuljahres stattfinden. Die Jour-fixe-Gruppe übernimmt die Vorbereitung.

Jour fixe im Juli 2000:

Thema: wie gehen wir mit unseren Konferenzbeschlüssen um? Kennen wir all unseren wichtigen Beschlüsse - auch die neuen Kollegen? Wie stellen wir die Verbindlichkeit gegenüber den Eltern her, wie z.B. bezüglich "unentschuldigtes Fehlen", "Einträge wegen auffälligen oder grob störenden Verhaltens", wäre "Hausaufgaben" ein wichtiges Thema und mit welchen Beschlüssen?....

Treffen der Vorbereitungsgruppe am 31.8.2000:

Beppos sehr lange Straße wird zum erstenmal deutlich wahrgenommen. Ohne professionelle Hilfe von außen werden wir es nicht gut hinkriegen. Frau Herwerth will mit Frau Hanold Kontakt aufnehmen, der pädagogischen Beraterin beim Oberschulamt.

Übergang zum "festen Schritt"

Jour fixe mit Frau Hanold am 7.9.2000:

Frau Hanold hat Erfahrung in Sachen" Schulordnung erstellen". Sie erzählt, informiert und zum ersten Mal nehmen wir die" Länge von Beppos Straße" wahr. Wichtig dabei: Sollen wir uns auf einige wenige Grundwerte beschränken und dann aber jeden" Einzelfall aus dem Schulalltag" aufwendig bearbeiten oder liegt uns ein fester und bis ins Detail festgelegter Katalog - Sanktionen inklusive - eher. Natürlich waren wir für einen nun eben aufwendig zu erarbeitenden Mittelweg. Also: Grundwerte und Schulregeln mit Handlungsspielraum.

Besprechung des Pädagogischen Tages am Freitag,15.9. 2000, um 13.00 Uhr:

Natürlich waren wir abgespannt - aber dann wurde es gleich spannend. Frau Hanold hatte auf der Basis unseres Gesprächs vom 7.9. einen Vorschlag dabei, wie der Pädagogische Tag ablaufen könnte. Es sollte informiert und diskutiert werden können. Ziel sollte sein, einen pädagogischen Grundkonsens innerhalb des Kollegiums herzustellen. Dazu sollte Frau Hanold ein Grundsatzreferat halten, unterstützt durch eine PowerPoint-Darstellung, für die sich Frau Schall in Verabredung mit Frau Hanold vorbereiten wollte. Auch ganz praktische Dinge wie z.B. Gruppenräume, Mittagessen, Kaffeepause usw. waren Thema.

Gesamtlehrerkonferenz am 19.9.2000:

Die Vorbereitungsgruppe stellt das Programm des Pädagogischen Tages vor. Nach kurzer Diskussion stimmt die Konferenz dem vorgesehenen Ablauf zu.

Pädagogischer Tag am 27.9.2000:

Trotz guter Vorbereitung und engagierter Teilnahme des Kollegiums: die Zeit reichte kaum aus. Wir fanden und besprachen für unsere Schule 8 Grundwerte aus einer vorgegebenen Liste von etwa 50 - zuerst in Arbeitsgruppen, dann im Plenum. Wir hatten einen pädagogischen Grundkonsens für unsere Schule! Eine ausführliche Diskussion darüber, wie diese Grundwerte nun umgesetzt werden sollen, konnte aus Zeitmangel nicht mehr geführt werden. Und eines wurde auch deutlich: Das Ziel Schulordnung lag noch in weiter Ferne.

Gesamtlehrerkonferenz am 24.10.2000:

Beim Tagesordnungspunkt "Schulordnung" ging es um den nächsten Schritt: "Umsetzung". Es wurde an alle Kollegen ein Arbeitsblatt ausgeteilt mit der Bitte, für jeden pädagogischen Grundwert Umsetzungsvorschläge zu formulieren und auch Vorschläge zu machen, wie jeweils Schüler und Eltern beteiligt werden könnten. Nach den Herbstferien sollten die ausgefüllten Blätter an eine für diese Aufgabe gebildete Arbeitsgruppe von vier Kollegen zurückgegeben werden.

Arbeitsgruppe "Auswertung der Arbeitsblätter" am 20.11.2000:

Der Rücklauf erwies sich als guter" Steinbruch" mit dessen Bausteinen gut weiter gearbeitet werden konnte. Für den nächsten Arbeitsschritt entwickelte die Gruppe ein weiteres Arbeitsblatt, in dem die Vorschläge in die Struktur des Schulalltags in "Zeit und Raum" umgesetzt werden sollten. Die Schüler sollten über einen Fragebogen beteiligt werden. Und um den Schülern das Thema nahe zu bringen schlug Frau Schall vor, in Verbindung mit dem Lehrplan Gemeinschaftskunde Kl. 7, beide 7te Klassen je eine Spielszene zum Thema "Verhalten in der Schule" erarbeiten zu lassen.

Gesamtlehrerkonferenz am 21.11.2000:

Die Arbeitsgruppe berichtete und stellte das neue Arbeitsblatt "Inhalte in Zeit und Raum" vor. Diesmal wurden die Arbeitsblätter im Rahmen der Konferenz "ausgefüllt: Die Kollegen sollten sich austauschen. Für die Auswertung dieser Blätter stellte sich eine weitere Gruppe von vier Kollegen zur Verfügung.

Arbeitsgruppe "Inhalte in Zeit und Raum" am 5.12.2000:

Wir versuchten die Beiträge zu gewichten und auf ihre Brisanz hin (wie viel Mühe wird das machen, ist es durchsetzbar, hilft es der Atmosphäre an der Schule usw.) zu ordnen. Auch hier stellte sich die Frage des Zusammenhanges zwischen einzelnen Regelungen und den verabredeten Grundwerten. In der nächsten GLK sollten vor allem solche strittigen Punkte zur Sprache kommen. Weiter war wichtig: Welche Form soll die Schulordnung haben ... Präambel ... bei uns gilt ... wir tun ... machen ...?

Gesamtlehrerkonferenz am 23.1.2001:

Die Arbeitsgruppe berichtete über ihre Sitzung. Die nächsten Schritte "Beteiligung von Schülern und Eltern" wurden anmoderiert und diskutiert. Der Beispielfragebogen wurde auf einer Folie vorgestellt und diskutiert. Die GLK war der Auffassung, dass dieser Fragebogen für unsere Schule/Schüler nicht angemessen sei. Daraufhin wurden Kopien des Fragebogens ausgeteilt mit der Bitte, umgehend Verbesserungsvorschläge zu notieren. Eine neue Arbeitsgruppe aus vier Kollegen war bereit, aus den Vorschlägen eine neue Fassung herzustellen.

Elternbeirats-Stammtisch am 25.1.2001:

Drei Kollegen nehmen teil und informieren die anwesenden Elternvertreter/innen über den aktuellen Stand und die weitere Planung. Der EBR war bereits im Herbst auf einer offiziellen Sitzung vorinformiert worden.

Dienstbesprechung am 5.2.2001 (vor den Klassenkonferenzen zu den Halbjahresnoten):

Zum Thema Schulordnung: Der Vorschlag wird gemacht, ob wir nicht schon vor der Verabschiedung einer Schulordnung Verabredungen treffen sollten bezüglich des Schülerverhaltens (z.B. die Klassen sollen während der kleinen Pausen auf ihrer Stockswerksebene bleiben, damit dieses gefährliche Gerenne über die Treppen aufhört) und auch bezüglich unseres Verhaltens (Stichwort Lehrerknigge: Tafel zu Unterrichtsschluss reinigen, um einen zügigen Beginn in der folgenden Stunde zu ermöglichen). Der Vorschlag wird angenommen und umgehend werden zwei entsprechende Blätter in Umlauf gebracht und auch mit Vorschlägen gefüllt.

Arbeitsgruppe "Fragebogen" am 7.3.2001:

Die vorbereiteten Korrekturen, Modifizierungen und Ergänzungen der einzelnen Mitglieder der Arbeitsgruppe wurden diskutiert und es ergab sich eine Übereinkunft, wie der neu zu entwickelnde Fragebogen aussehen sollte und ein Entwurf wurde hergestellt.

Der Videofilm der Klassen 7a und 7b war fertig und wurde von der Arbeitsgruppe begutachtet und auch für gut brauchbar beurteilt. Erste Überlegungen wurden angestellt, wie nun diese Fragebogenaktion ablaufen sollte.

Besprechung von Elternbeiräten mit Frau Hanold und drei Kollegen am 8.3.2001:

Dieses Treffen war im Rahmen eines Elternbeirats-Stammtisch von den Eltern vorgeschlagen worden. Nach einem kurzen Bericht seitens der Lehrkräfte wurden die Beteiligungsmöglichkeiten der Eltern diskutiert. Problem: Es sind viele Eltern und es sollte nach Möglichkeit ein Termin ausreichen.

Ergebnis der Besprechung: Die Eltern werden mit einem Brief zu einem Themenabend am 8.5. 20Uhr eingeladen. Frau Hanold wird in das Thema einführen. In der Diskussion soll es um die für die Eltern wichtigen Grundwerte gehen. Frau Schall wird das Video der Klassen 7a/b vorführen. Danach Diskussion mit anschließendem Ausfüllen eines Fragebogens. Die Eltern werten aus und sie erhalten auch die ausgefüllten Fragebogen der Schüleraktion vom 28.3.01 zur Einsicht.

Gesamtlehrerkonferenz am 20.3.2001:

Kurzer Bericht der Arbeitsgruppe und Vorstellung des erarbeiteten Fragebogens mittels einer Folie. Kurze Diskussion: o.k.! Danach wird das Video der Klassen 7a/b vorgeführt und ebenfalls für brauchbar gefunden. Jeweils zwei Klassenstufen (5/6, 7/8, 9/10) werden für die Vorführung des Videos im Doppelraum 101/102 zusammengefasst und nach einer kurzen Einführung wird das Video vorgeführt. Das Ausfüllen des Fragebogens geschieht im Klassenzimmer zusammen mit dem/der Klassenlehrer/in. Eine Plakataktion soll die Wahrnehmung der Schulgemeinde schärfen.

Gesamtlehrerkonferenz am 3.4.2001:

Der Organisationsplan für den "Tag der Schulordnung" wird vorstellt und besprochen, ebenso Vorschläge wie das Ausfüllen des Fragebogens am besten moderiert werden könnte.

Fragebogenaktion am 4.4.2001:

Diese läuft wie geplant ab. Die Atmosphäre bei der Vorführung und beim Ausfüllen wird als angenehm-konstruktiv bewertet.

Erste Ergebnisse: Etwa 87% der Schüler fühlen sich an der Schule wohl/meistens wohl.

Und so ging es weiter:

Elternversammlung am 8.Mai 2001 im Musiksaal der Schule

Der Katalog der pädagogischen Grundwerte und auch der Fragebogen wurden in Bezug auf die besondere Situation der Eltern abgeändert. Erstaunlich war, dass die von den Eltern ausgewählten pädagogischen Grundwerte nahezu identisch waren mit denjenigen, die das Lehrerkollegium ausgewählt hatte. Eine gute Basis für ein weiteres einvernehmliches Vorgehen in Sachen Schulgemeinschaft. Der Videofilm der Klassen 7ab fand großes Interesse , was sich darin zeigte., dass die anschließende Befragung der anwesenden Schüler/innen interessant war, aber viel zu lange dauerte.

Es waren 18 Eltern anwesend. Inzwischen werden von Eltern immer wieder Fragebogenformulare angefordert, so dass über eine Auswertung, ein Ergebnis noch nichts gesagt werden kann.

Treffen der Arbeitsgruppe "Auswertung der Schülerfragebögen" am Montag, 21.5.01, abends bei Frau Kolbe

Die Kernfrage des Treffens lautete: Wie sind die ausgefüllten Fragebögen zu "verwenden"? Die diskutierte Antwort umfasste zwei Aspekte. Zum einen ging es darum, wichtige Inhalte aus den Antworten in die Schulordnung zu übernehmen, zum anderen schien es uns sehr wichtig zu sein , die auffälligen Inhalte, seien sie nun "passend" für unser Schulleben oder auch "unpassend", weil Schüler die Befragung für Unmutsäußerungen zweckentfremdet hatten, was aber auch inhaltliche Aussagen zur Schule sind, in den Klassen zu besprechen. Folgendes Vorgehen wurde nach einer intensiven Diskussion für gut gehalten: In der GLK am 12.6.01 wird nach einem kurzen Bericht über die Elternversammlung und über den Verlauf der o.a. Sitzung der Vorschlag gemacht, die Schülerfragebögen auf bedeutsame Inhalte hin zu sichten. Dies soll in Partnerarbeit - Klassenlehrer und ein Fachlehrer - geschehen. Danach sollen die Kollegen der Klassenstufen in der selben Besetzung sich austauschen, um so die Plenumsrunde vorzubereiten. Die schriftlich fixierten Ergebnisse sollen dann Bausteine für die noch zu konstituierende Redaktions-Arbeitsgruppe sein. Die Klassenlehrer werden aufgefordert die Ergebnisse der Fragebogenaktion in den Klassen zu besprechen. Der Wunsch nach einer Rückmeldung wurde von Schülerseite des öfteren geäußert. Dies wäre ein erster wichtiger Schritt der Umsetzung der Schulordnung in den Schulalltag.

Gesamtlehrerkonferenz am 12.6.01

Die GLK nahm den Vorschlag der Arbeitsgruppe vom 21.5.01 an und bearbeitete in Partner- und danach in Gruppenarbeit die ausgefüllten Schülerfragebogen nach Klassen/Klassenstufen. Die im Plenum vorgetragenen Ergebnisse der Klassenstufengruppen (je 4-6 Koll.) bestätigte nochmals die positive Erwartungshaltung der Schüler gegenüber der Schule in den Bereichen Unterricht und Pausenzeiten und -bereichen. Die GLK stimmte überein, dass die Klassenlehrer über die Ergebnisse der Befragung und ihre Besprechung in der GLK mit den Schülern reden sollten.

Gesamtlehrerkonferenz am 11.9.01

Im Mittelpunkt standen die Vorbereitungen zum 25jährigen Schuljubiläum mit Festakt, Projekttagen und dem Tag der offenen Tür. Die vorgesehene Fertigstellung der Schulordnung zum Jubiläum, das wurde in den vergangenen Wochen deutlich, ist nicht zu schaffen. Deshalb wurde beschlossen erst nach den Herbstferien an der Schulordnung weiterzuarbeiten. 6 Koll. erklärten sich bereit ein Redaktionsteam zu bilden und den vorletzten großen Schritt zu tun und eine erste Fassung der Schulordnung auf der Grundlage der bisher geleisteten Vorarbeiten zu Papier zu bringen. Die endgültige, von Lehrern, Schülern und Eltern akzeptierte Schulordnung sollte in einer besonderen öffentlichen Veranstaltung feierlich „eingesetzt“ werden.

Treffen der Redaktionsgruppe am 8.1.02

Austausch über die jeweils geleistete Vorarbeit für diese Sitzung, vor allem über die Überlegungen zu Form und Umfang der Schulordnung, anhand vorliegender Schulordnungen anderer Schulen sowie auf der Grundlage schuleigener Unterlagen zum bisherigen Entwicklungsprozess.
Die Redaktionsgruppe entscheidet, dass die bisher in den Gremien gefundenen Inhalte in zwei zentralen Abschnitten/Kapiteln Unterricht und Hausordnung dargestellt werden sollen. Dazu käme noch eine Präambel , ein Abschnitt über Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen (entlang dem § 90 SchG) und eine Schlusspassage.
Bis zum nächsten Treffen am 31.1.02 sollte jede(r) Formulierungsvorschläge aufschreiben und wenn möglich sollten diese schon untereinander ausgetauscht werden. Vorgabe hierbei: übersichtlich angeordnete, klare und verständliche Formulierungen.

Treffen der Redaktionsgruppe am 31.1.02

Die vorbereiteten Formulierungsvorschläge für die einzelnen Abschnitte der Schulordnung werden besprochen. Sind alle wichtigen Inhalte berücksichtigt? Sind die Formulierungen im Bereich der Verhaltensregelungen so eindeutig wie nötig und so offen wie möglich gehalten? Schaffen wir damit die "Wohltat der klaren Grenze"?
Ergebnis der Diskussion: Die Schulordnung der Realschule Steinlach-Wiesaz soll erweitert werden um ein Kapitel "Verkehr" (Verhalten zu "Fahrrad" und "Bus") sowie je einen Anhang für die Lehrer und die Eltern, in denen u.a. die Verantwortlichkeiten festzuhalten sind, wenn es darum geht unseren Schülern Lernerfolge zu ermöglichen.
Am Schluss dieses Treffens wurde die Aufgabe der endgültigen Formulierung der verschiedenen Abschnitte/Kapitel der neuen Schulordnung unter den anwesenden Mitgliedern aufgeteilt und ein weiteres Treffen für Anfang/Mitte März 02 verabredet.

Treffen der Redaktionsgruppe am 12.3.02

Alle vorgesehenen Abschnitte/Kapitel der Schulordnung sind fertig! Ein kurzes Innehalten: Weshalb wollten wir eine Schulordnung? Entsprechen die vorliegenden Formulierungen unseren ursprünglichen Absichten?
Die Berichte der "Redakteure" machen die Hauptschwierigkeiten noch einmal deutlich: sich möglichst kurz fassen und dennoch "alles" zu sagen. Und so gibt es überraschenderweise nochmals eine längere Sitzung bis alle Formulierungen durchgesprochen und Änderungsvorschläge festgelegt sind. 
Danach folgt die Diskussion über die "letzten Schritte" mit folgendem Ergebnis:
Die besprochenen Änderungen werden von den "Redakteuren" umgehend realisiert und die Teile werden dann zusammengefasst an das Kollegium ausgegeben mit der Bitte, diesen Entwurf gründlich zu lesen und bis zur GLK am 19.3.02 Änderungsvorschläge mit dem jeweiligen "Redakteur" zu besprechen, so dass der Entwurf der Schulordnung in der GLK besprochen und verabschiedet werden kann. Er geht dann an den Elternbeirat und an die SMV, kann dort noch diskutiert werden - auch mit Änderungsvorschlägen - und wird dann in einer Sitzung der Schulkonferenz verabschiedet.
Die feierliche Einsetzung der Schulordnung soll am Donnerstag, dem 16. Mai, in der 8. Unterrichtsstunde in der Aula stattfinden.

Gesamtlehrerkonferenz am 19.3.02

Die für die Diskussion der Schulordnung vorgesehene Zeit reicht nicht aus. Deshalb haben wir über das weitere Vorgehen diskutiert und mit Abstimmung mehrheitlich entschieden eine GLK, nur mit dem Thema Schulordnung durchzuführen. Und es wird ein weiterer Termin für die Abgabe der Änderungsvorschläge auf Montag, 8. April, festgelegt.

Redaktionssitzung am 18.4.02, 15.45 - 18.30

Von insgesamt sechs Kollegen sind reichlich Änderungsvorschläge zu allen Teilen der Schulordnung eingegangen. Diese werden von den verantwortlichen Redakteuren vorgestellt und es wird beraten, welche davon übernommen werden sollen. Soweit es sich um Vorschläge zur sprachlichen Optimierung handelt, werden sie übernommen. Bei den Vorschlägen zu den Inhalten gibt es z.T. intensive Diskussionen, die dann zur (modifizierten) Übernahme oder auch zur Ablehnung führen. Die Frage bleibt offen, wie wir mit den Inhalten umgehen, die sich in den "Anhängen" zur Schulordnung befinden: Wer bekommt, wenn die Schulordnung verabschiedet ist, welchen Teil mit überreicht?

Gesamtlehrerkonferenz am 23.4.02

Die Tagesordnung ist insgesamt sehr umfangreich. Die Zeit für die Schulordnung, für eine ausführliche Diskussion aller Änderungen, reicht längst nicht aus. Lediglich die ersten 3 Teile (Präambel, Unterricht, Hausordnung) können besprochen und abgestimmt werden. Am besten wäre ein besonderer Termin zum Thema Schulordnung mit ausreichend Zeit, der jedoch so liegen müsste, dass der Termin der feierlichen Einführung am 16.5. eingehalten werden kann. Inhaltlich dazu passen würde auch die Vorstellung des Streitschlichtermodells, das im nächsten Schuljahr eingeführt werden soll. Fünf Kollegen haben dazu an mehreren Nachmittagen an entsprechenden Fortbildungsveranstaltungen teilgenommen und werden als Mediatoren Schüler zu Streitschlichtern ausbilden und sie dann auch bei ihrer Tätigkeit begleiten und unterstützen. Dies jedoch kann nur dann erfolgreich durchgeführt werden - dies zeigen die Erfahrungen an anderen Schulen - wenn das Kollegium, die Gesamtlehrerkonferenz, dieses Vorhaben unterstützt. Und darüber muss geredet und abgestimmt werden.
Im Verlauf der letzten Aprilwoche wird in Gesprächen festgestellt, dass dies alles nur an einem Pädagogischen Tag angegangen werden kann. Termin: 8.5.02.

Pädagogischer Tag am 08.05.02

Beginn um 8.30 Uhr im Musiksaal; Ende um 16.30Uhr
Vorgesehener Ablauf des Tages:

Zum ersten Besprechungspunkt, über den im Kollegium seit einiger Zeit engagiert diskutiert und gestritten wird, erklärt die Redaktionsgruppe ihren Standpunkt:

Die Regeln für die Schulordnung sind zum größten Teil in der praktischen Arbeit der letzten 25 Jahre entstanden und in dem  2 Jahre dauernden Prozess der Erstellung einer Schulordnung formuliert und entsprechend der  3 am Schulleben beteiligten Gruppen diesen zugeordnet worden. Wegen der unterschiedlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten fallen die Teile der Schulordnung für die  Eltern und die Lehrer etwas größer aus als der Teil für die Schüler, der damit überschaubarer wird. Im Elternteil sind es vor allem Hinweise und Überlegungen zu ihrer Erziehungsaufgabe hinsichtlich des angestrebten Schulerfolgs. Der Lehrerteil ist am umfangreichsten und dafür gedacht, dass wir die vielen Dinge im Alltag nicht aus den Augen verlieren, die schon einmal geregelt worden sind und die zum einen den Umgang mit den Schülern und zum andern das Verhalten untereinander betreffen. Es sind also Verfahrens- und Verhaltensregeln, die das Zusammenleben erleichtern und Orientierungshilfe geben sollen. Dies betrifft besonders Kollegen, die neu zu uns kommen.

Aus Sicht der Redaktionsgruppe sind beide Anhänge selbstverständlich Teil einer gemeinsamen Schulordnung, die als Ganzes von der Schulkonferenz verabschiedet wird.

Ausgehändigt wird

Die Diskussion dieses Punktes ist schwierig, denn  es geht nicht um die Inhalte/Regelungen/Hinweise, sondern um das Thema „Ordnung/Anordnung“ mit den entsprechenden rechtlichen Konsequenzen. Eine knappe Mehrheit der GLK  ist der Auffassung, dass die Inhalte der Anhänge zwar Hilfen  für die Erziehungsarbeit sind, sie aber zu wenig  „einklagbare Verbindlichkeit“ besitzen und sie deshalb strikt getrennt werden sollen von der „eigentlichen“ Schulordnung. Also: Über die Anhänge für die Eltern und Lehrer soll in der Schulkonferenz nicht abgestimmt werden, gleichwohl sind sie eine wichtige Orientierungshilfe für die schwierigen Erziehungsaufgaben.

Als nächstes werden die schriftlich eingereichten  Änderungsvorschläge der Teile „Hausordnung“, „Verkehr“ und „Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen“ besprochen  sowie einzeln und danach insgesamt abgestimmt.

Ebenso verfahren wird beim Anhang für die Eltern, der nunmehr mit „Hinweise für die Eltern“ überschrieben wird.

Nun wird der Punkt „Feierliche Einführung der Schulordnung“ ausführlich und weitgehend einvernehmlich besprochen und folgendes Vorgehen festgelegt: Schüler, Elternvertreter und Lehrer versammeln sich am 16.5.02 um 14.50 Uhr in der Aula. Zur Einstimmung wird nach einer kurzen Begrüßung nochmals eine Szene aus dem Videofilm der damaligen Klassen 7a und 7b gezeigt, mit der die Notwendigkeit einer gemeinsam gefundenen Ordnung für das Zusammenleben deutlich gemacht  wird.

Danach folgen Redebeiträge der Vertreter der Schüler, Eltern und Lehrer. Die feierliche Unterschrift dieser  „Gruppenvertreter“ unter diesen „Schulvertrag“ beschließt  die Veranstaltung.

Die Schulordnung wird für diesen Tag in Großformat auf  Stelltafeln in der Aula präsentiert. Die Grundwerte der  Präambel werden am Treppenaufgang einzeln, graphisch gestaltet, dargestellt.

Weil wir nach diesen z.T. kontrovers geführten, anstrengenden Diskussionen  und den damit verbundenen schwierigen Entscheidungen etwas „erschöpft“ sind,  wird die Besprechung und Abstimmung der „Regeln für die Lehrer“ und die Vorstellung des Streitschlichtermodells vertagt. Dies auch deswegen, weil wir des Umfanges der Thematik wegen ausreichend Zeit und („schöpferische“) Kraft haben wollen.

Sehr erleichtert und gestützt  an diesem „harten“ Tag hat uns der Brief des Elternbeirats vom 7.5.02, in dem er mitteilt, dass er der ihm vorliegenden Schulordnung zustimmt. Die Anregungen für den Lehreranhang werden am neu anzusetzenden Besprechungstermin aufgenommen werden.

Feierliche Einführung der Schulordnung am 16.5.02, 14.45 -15.30 Uhr:

Wie am 08.05.02 beschlossen, findet die Veranstaltung in der Aula statt. Die Atmosphäre ist angenehm. Die Beiträge von Frau Schenk, für die Eltern, von Herrn Schäfer, für das Kollegium und der Vertreter der SMV, für die Schüler, orientieren sich an der Entwicklungsgeschichte der Schulordnung und an ihrer Bedeutung für das Schulleben.

Vier Wochen standen die Stellwände mit der abgedruckten Schulordnung in der Aula. Am Treppenaufgang sind die Grundwerte - graphisch gestaltet - zu lesen.

Anfang Juli wird die Schulordnung mit dem Teil "Hinweise für die Eltern" zusammen mit einem Schulleiterbrief an die Schüler ausgegeben. 

Mit der Umsetzung der Schulordnung im Schulalltag beginnt eine "neue Straße" im Sinne des Straßenkehrers Beppo.

rk


Siehe auch "Schulordnung?"