Hörspiel aus "Tomte und der Fuchs" von Astrid Lindgren
Musik
 
Erzähler:
Im Wald lebt Mikkel, der Fuchs. Es ist Winter und alles ist tief verschneit. Am Abend kommt Mikkel aus seinem Bau. Er weiß nicht, dass heute Weihnachten ist.
"Mikkel verlässt seinen Bau" von Xenia Suprun
Mikkel: 
Gr, Gr, Gr! Oh, was habe ich für einen Hunger. Im tiefen Schnee kann ich fast keine Beute mehr fangen.
Gr, Gr, Gr! Wo finde ich jetzt, im Winter etwas zu fressen?
Ich weiß es, ich weiß es! Ich muss auf den Waldbauernhof zu den Menschen. Dort riecht es immer so gut. Dort gibt es bestimmt etwas Leckeres.
"Mikkel geht auf Futtersuche" von David Veith
Erzähler: 
Mickel schleicht durch den eisigen, knirschenden Schnee zum Bauernhof.
Geräusche: 
Knirschende Schritte und Schnaufen des Fuchses
"Wo findet der Fuchs etwas zu fressen?"
Mikkel:
Ah, da ist der Menschenhof. Hell ist es heute Nacht. Im weißen Schnee kann man mich gut erkennen. Hoffentlich sehen mich die Menschen nicht. Sie haben Gewehre, mit denen sie mich töten können.
Gr, Gr, Gr! Oh, wie tut mein Bauch mir weh vor Hunger!
Erzähler: 
Mikkel umkreist den Hof
von Steffen Kurz
Mikkel: 
Warum sind denn so spät nachts noch die Fenster der Menschen so hell erleuchtet? 
Ich höre, wie drinnen im Haus Kinder lachen und spielen. 
Oh, mir läuft das Wasser im Munde zusammen! Aus den Ställen duftet es  nach essbaren Sachen. 
Ach was, ich husche jetzt schnell wie der Wind zum Kuhstall hinüber. 
Die Menschen sind sowieso so beschäftigt. Die schauen bestimmt nicht die ganze Zeit zum Fenster raus.
Geräusche: 
Kinderlachen erklingt, leise erklingt der Teil eines Weihnachtsliedes, 
die menschlichen Laute verstummen, 
Blätter rascheln, leises Windesstöhnen
Erzähler: 
Mikkel kann nicht wissen, dass die Menschen heute Weihnachten feiern und dass sie deswegen noch wach sind. Sie sehen wirklich nicht heraus, aber dennoch wird der Fuchs beobachtet. 
Im Schatten steht ein geheimnisvoller, uralter, kleiner Mann. Das ist der Tomte, der nachts auf den Hof und die Tiere aufpasst. 
Geräusche: 
Der Wind seufzt. Eine Stalltür knarrt. Eine Kuh muht verschlafen. Schnaufen der Kühe. Strohknistern. Poltern. Kettenklirren. 
"Mikkel im Kuhstall" von Michael Hasenkopf
Mikkel: 
Hier im Kuhstall ist es ruhig, und man kann mich auch nicht sehen, und die schlafenden Kühe kümmern sich keine Spur um mich. 
Ohje, ich brauche jetzt dringend irgendwas für meinen armen, leeren Magen. Horch! Ich hör schon eine Maus im Stroh rascheln! Ob ich mir die schnappen kann?
Geräusche: 
Strohknistern, Trippeln und Huschen der Mäuse
Mäuse (kichern): 
Mikkel, fang uns, fang uns, oder bist du eine lahme Ente!
Erzähler: 
Die kleinen Mäuse kennen sich im Stall viel besser aus als Mikkel. Hier gibt es viele gute Verstecke für Mäuse.
Mäuse (kichern): 
Hallo, Mikkele, komm doch und fang uns! Aber du kannst uns nicht kriegen! Wir haben so ein gutes Schlupfloch! Frag nur die Katze, die kann es dir beweisen.
Geräusche:
Strohknistern, Trippeln und Huschen der Mäuse
von Dennis Motzke
Mikkel: 
Ich mache mir doch nichts aus dummen, kleinen Mäusen. Gr., Gr., Gr., Statt euch zu fressen, bekomme ich noch was Besseres. 
Nehmt euch in Acht, ihr leckeren Hühnchen! Jetzt komme ich!
Erzähler: 
Wie ein Blitz saust Mikkel hinüber zum Schlupfloch der Hühner in den Hühnerstall. Mit Vorderpfoten und Schnauze ist er schon drin. Gerade will er ein Huhn packen.
Geräusche: Schnelle Schritte, Sprung, Poltern des Fuchses
Huhn: 
Hilfe! Hiilfe! Der Fuchs will mich fressen!
Geräusche: 
Hühnergegackere, Fuchsknurren, Hühnergeflattere
Hühner: 
Zu Hilfe! Zu Hilfe! Der Fuchs will uns verschlingen! Zu Hilfe!
Geräusche: 
Auf einmal wird es mucksmäuschenstill. Leises Windesstöhnen. Knirschende Schritte von Tomte im Schnee. Türe knarrt.
Mikkel (leise, unsicher): 
Wer schleicht draußen umher?
Altes Huhn:
Da kommt der Tomte, der in der Nacht auf den Hof aufpasst. Nun seid ruhig, Schwestern. Der alte Tomte lässt nicht zu, dass uns der Fuchs etwas tut.
Tomte:
Schlottern dir schon die Knie, Mikkel? Hast du vorhin den uralten, kleinen Tomte nicht bemerkt, wie er leise zwischen den Häusern umhertappte? 
Die Hühner von hier lässt du gefälligst in Ruhe, Mikkel, hast du verstanden!
Mikkel: 
So ein Quatsch, wer will denn Hühner stehlen!
Tomte: 
Du natürlich, oder hast du nicht eben deine Schnauze in den Stall gesteckt? Aber eins musst du wissen, mein Junge, solange ich wache, bleibt jedes Huhn ungeschoren!
"Tomte streichelt den Fuchs" von Cindy und Lena
Mikkel: (leise, für sich selbst): 
Gr., Gr., Gr. Jetzt halte ich es bald nicht mehr aus vor Hunger!
Tomte: 
 Ich bin so alt. Ich weiß ganz genau, dass ein Fuchs im Winter sehr Hunger hat. Da, hier hast du leckere Grütze, alter Freund.
Geräusche:  Schüssel wird auf den Boden gestellt. Schmatzende Geräusche vom Fuchs.
Tomte: 
Die Kinder von diesem Hof stellen mir jeden Abend eine Schüssel mit Grütze vor die Tür. Kein Mensch hat mich jemals gesehen. aber sie wissen ganz genau, dass ich da bin und den Hof bewache. Und deshalb machen sie meine Schüssel immer voller Grütze.
Mikkel: 
Mmm, schmeckt das lecker! 
"Tomte gibt Mikkel seine Grütze" von Jochen Göltenboth
Geräusche: 
Schmatzen vom Fuchs
Tomte: 
Hau nur rein, alter Junge. Es ist genug da. 
Ich will meine Grütze gerne jeden Abend mit dir teilen, wenn du die Hühner dafür in Ruhe lässt. 
Mikkel: 
Das lasse ich mir gefallen. Einverstanden. Vielen Dank für die Einladung.
Tomte: 
So, nun lauf aber schnell zurück in den Wald, Mikkel, damit du bei Tagesanbruch wieder gut versteckt und warm in deinem Bau liegst.
"Mikkel läuft in den Wald zurück" von Daniel Zum Felde
Geräusche:  Schnelle Schritte des Fuchses, Windessausen, Blätterrascheln
Mikkel (ruft aus der Ferne): 
Auf Wiedersehen, Tomte, und danke!
"Mikkel ist satt und zufrieden" von Thirza Grauer
Erzähler:
So geht die Weihnachtsnacht zu Ende. Tomte und alle Tiere sind zufrieden.