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Bilder
vom Fest
(Überblick) |
Bilder
vom Tag der offenen Tür |
Aus dem Reutlinger Generalanzeiger vom 31.01.2004 Download als pdf-Datei
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Es muss nicht immer Mittelhochdeutsch sein: In verschiedenen Sprachen drehte sich alles um den Schlüssel zur neuen Schule auf dem Höhnisch. |
VON PHILIPP FÖRDER
GOMARINGEN/NEHREN/DUSSLIN-GEN. Es war kurz vor knapp. Der Geruch von Farbe hing noch in der Luft, die Putzkolonne brachte in letzter Sekunde ihre Geräte vor der Festgesellschaft in Sicherheit, und das Wischblatt des Fensterputzers zog noch seine Bahnen auf den neuen Scheiben, als die Flötengruppe die Feier längst eingeläutet hatte. »Heute morgen um viertel vor elf kam der Anruf, dass die Räume fertig sind«, berichtete der Dußlinger Bürgermeister Thomas Hölsch, derzeit Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbands Stein-lach-Wiesaz, bei der Einweihung des über fünf Millionen Euro teuren Erweiterungsbaus im Schulzentrum auf dem Höhnisch (wir berichteten).
Wie notwendig der Neubau ist, verdeutlichten die Schülersprecherinnen Anika Fiolka und Linda Noppel von der Realschule sowie Miriam Ott und Verena Knödler vom Karl-von-Frisch-Gymnasi-um. Bilder von auf den Fluren und unter Treppen sitzenden Schülern, weil der Aufenthaltsraum zum Klassenzimmer umfunktioniert wurde, Hunger leidend, weil es nichts zu essen gibt. Die Folgen, wäre der Neubau nicht gekommen: demonstrierende Jugendliche, Schilder um den Hals mit der Aufschrift »Ich bin ein Schüler. Holt mich hier raus.«
Dieser Anblick bleibt Lehrern und Eltern erspart. Der Erweiterungsbau für die mittlerweile über tausend Schüler mit Fachräumen und einer großen Cafeteria schafft nicht nur Luft. Er verbindet gleichzeitig die beiden Schulen, die dadurch aber nicht nur architektonisch, sondern vor allem auch pädagogisch mehr zusammenwachsen sollen. Und wollen, wie die beiden Schulleiter Heinz Weigold und Klaus Schäfer und die Elternbeiratsvorsitzenden Beate Seid und Elmar Stoll deutlich machten.
Auch die Dramaturgie der Feier stand dafür. Nach dem Auftakt in der Realschule wandelte die ganze Festgesellschaft, angeführt von der Flötengruppe in mittelalterlichen Gewändern, durch die Räume des Erweiterungsbaus ins Gymnasium. Dort war das Mittelalter ebenfalls präsent in Form des Gedichts »Du bist min, ich bin din« von Walther von der Vogelweide. »Verlorn ist daz slüzzelin«, verloren ist der Schlüssel, heißt es darin, und das Motiv Schlüssel war der rote Faden.
Dass sich damit ganz verschiedene Sichtweisen verbinden können, demonstrierte Architekt Volker Simon. »Für mich bedeutet ein Schlüssel Freiheit, die Freiheit zum Verbinden von Trägern und Stützen«, sagte er - und zog einen Schraubenschlüssel aus der Tasche. Ein Symbol für seine Bauweise, die es nicht nur möglich gemacht hat, die beiden Schulen in extrem kurzer Bauzeit zu verbinden, sondern die es ebenso möglich macht, alles wieder zu verändern: »Wir haben 1991 mit dem Gymnasium begonnen, ein wachsendes Haus zu bauen, das wir weitergedacht haben. So ist ein sich pausenlos änderndes Haus entstanden.« Der Wandel als Konstante.
Als auffälligste Neuerung bringt die Erweiterung dem Schulzentrum eine Mensa, betrieben von Eltern, die als Bänkelsänger mit Drehorgel die »Entstehungsgeschichte der »Speise-Stube« zum besten gaben: »Da Eltern sich engagierten, gehn Bäcker und Köche zur Hand. Dies überzeugte die Männer vom Gemeindeverwaltungsverband.« Und vom Oberschulamt: »Vorbildlich«, lobte Abteilungsdirektor Fritz Gugel. Und die Schulleiter: »Die Eltern haben mit dem Mensa-Treff vorgemacht, dass der Zu-sammenschluss funktionieren kann.«
Damit das Glück Bestand hat über den Festtag hinaus, gab Thomas Hölsch noch einen Wunsch an die Schüler weiter: »Geht sorgsam mit dem neuen Gebäude um.« (GEA)